"(....) bewahre mich davor, dass ich je einen Menschen, (....) verachte, geringschätze, ihn herabsetze oder mich von ihm abwende." Fidelis von Sigmaringen (1578 - 1622), deutscher Jurist und Kapuzinermönch
Die Verbesserung der frühen Förderung von Kindern ist ein wesentliches Ziel der Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes in Bayern. Die bisherigen Angebote des DKSB haben einen deutlich präventiven Charakter, da fachlich unstrittig ist, dass frühe Hilfen effektiver und effizienter für alle Beteiligten sind.
Frühe und Erfolg versprechende Hilfs- und Fördermaßnahmen für benachteiligte Kinder werden allerdings oft nicht oder nur in einem nicht ausreichenden Mindestmaß gewährt. Eltern verfügen häufig über zuwenig Kenntnisse und Wissen um Möglichkeiten der Inanspruchnahme früher Hilfen oder sind extrem unsicher im Umgang mit den Hilfe gewährenden Stellen.
Besonders betroffen sind Kinder im Rahmen zunehmender Kinder- und Familienarmut bei Arbeitslosigkeit der Eltern oder Kinder mit Migrationshintergrund, deren Eltern nur unzureichend über Kenntnisse der deutschen Sprache und der Möglichkeiten des deutschen Hilfesystems verfügen.
Unser Ziel ist es, diese Eltern in der Ermöglichung der besten Förderung für ihre Kinder zu unterstützen, und zwar durch den Aufbau eines Rechtspatensystems.
Ausgebildete und erfahrene Familienhelferinnen und Familienhelfer bzw. Familienpatinnen und Familienpaten sind für den Kinderschutzbund in Bayern in den Familien tätig und kennen deren Sorgen und Probleme.
Basierend auf der Familienhilfe baut "Fidelis" ein Beratungsnetzwerk aus ehrenamtlichen, juristisch angeleiteten und geschulten Rechtspatinnen und Rechtspaten auf, die betroffene Familien mit begründetem, aber unerfülltem Hilfebedarf bei der Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche aus SGB VIII und angrenzenden Gebieten im niederschwelligen Bereich begleiten. Das Projekt "Fidelis" beinhaltet dementsprechend die Akquise und Schulung von Paten, die in den Orts- und Kreisverbänden den Betroffenen vor Ort Hilfen anbieten sollen, beispielsweise die Begleitung zu Gesprächen beim Jugendamt, um dort als "Sprachrohr" der Betroffenen zu dienen und ihre Interessen zu vertreten.